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  • Peter

Heute wurden wir in den Wahnsinn getrieben!

Nachdem gestern abend Simon, der Lieferant der Betonpfeiler entgegen aller Beteuerungen nicht um 6, nicht um 7 und auch nicht um 8 Uhr abends auftauchte, hatten wir gehofft, die fehlenden 50 Pfeiler beim Aufwachen zu sehen. Tja, falsch gedacht. Also Gerald gebeten, Druck zu machen. Diverse Telefonate ergaben nur immer neue Verschiebungen. Richtig ärgerlich für uns, weil wir zum Nichtstun verdammt waren. Und als die Ausreden immer bescheuerter wurden, sind wir mal richtig laut geworden. Afrikanische Lässigkeit trifft auf deutsche Arbeitsenergie, da prallen Welten aufeinander. Und noch was: Wenn Aufgaben zu erledigen sind, helfen wirklich sehr eindeutige Anweisungen. Du machst das jetzt dort bis dann, nichts anderes. Alles andere endet im puren Chaos. Mussten wir jetzt schmerzlich lernen.


Zwischendurch haben wir die restlichen Kleiderspenden an Grace gegeben. Sie wird das gerecht an alle Kids verteilen. Wir haben den einen oder anderen heimlichen Blick in die Klassenzimmer geworfen und Fotos rund ums Gelände aufgenommen. Wir würden die so gerne hier zeigen, aber das Internet in Uganda ist noch ausbaufähig. Sobald wir back in Germany sind, holen wir das nach. Am Mittag haben wir zwei uns in die Reihe der wartenden Kinder an der Essensausgabe eingereiht und auch einen halben Becher Porridge (Maisbrei) gegessen. Lecker und sehr nahrhaft.



Als dann gegen halb eins (!) endlich der Laster auftauchte, ging es erneut ans Abladen. Die Pfeiler werden einfach nicht leichter. Der Fahrer denkt im Traum nicht daran zu helfen. Also haben wir, das Arbeitsquintett aus Kenneth, Ezron, younger Peter, Andy und weißer Peter die Sch...dinger von der Ladefläche gewuchtet. Dann 23 Pfeiler in Beton gesetzt und ausgerichtet. Zwischendurch gab es Kaffee und frisches Obst für alle. So ist dann nun auch die dritte Seite des Geländes eingepfeilert.


Jetzt warten wir erneut auf Versprochenes: Für morgen Abend haben wir ein Barbecue auf unsere Kosten für die ungefähr 150 Kids, die in der Schule leben und für alle Lehrer, den Direktor und die vielen Helfer geplant. Dafür haben wir 2 Dutzend lebende Hühner bestellt, die eigentlich auch heute noch kommen sollten. Es wird dann Huhnstücke auf Spiessen mit Tomatenzwiebelsalat und für jedes Kind ein besonderes Getränk geben.


Und mit ganz viel Glück kommen morgen noch die fehlenden Meter Maschendrahtzaun und die Stahlseile. Dann konnten wir evtl. noch die dritte Seite komplett fertigstellen. Gekommen sind übrigens auch drei Säcke "Grasssamen". Also nicht wirklich das, was wir uns für den Innenhof vorgestellt hatten, also echte Samen zum Streuen. Nein, es waren Erdstücke mit Gras daran. Bester als nichts. Die haben dann die Kinder mit Anthony, einem der Lehrer eingesetzt. Für die gesamten beiden von uns verschönert Quadrate werden aber schätzungsweise mindestens 20 weitere solcher Socke benötigt. Mal schauen, ob das nach unserer Abreise gemacht wird.


Und spät am Abend kamen die 30 lebenden Hühner auf einem "Boda Boda", so heißen hier die Mietmopeds, das bevorzugte Transportmittel für einfach alle. Da sitzen auch schon mal fünf Leute auf einem Moped oder es werden halbe Betten oder Schränke transportiert. Hier also chicken für unser barbecue. Die wurden von Koch Peter in einen provisorischen Stall in der Küche gesteckt. Er wird sie dann morgen schlachten, rupfen, ausnehmen, zerteilen und dann grillen. Tja, wer Fleisch essen will, muss sich das ertragen. Solche Gedanken machen wir alle und viel zu wenig. Hier ist das völlig normal.


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